Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Oldenburg
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Montag, 25. September 2017
Losungstext:
Du unser Gott, du großer Gott, mächtig und schrecklich, der du Bund und Treue hältst, achte nicht gering all das Elend, das uns getroffen hat.
Nehemia 9,32
Lehrtext:
Bartimäus schrie: Du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Und Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her! Und sie riefen den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, steh auf! Er ruft dich!
Markus 10,48-49

Die Garnisonkirche

Die Garnisonkirche wurde zwischen 1901 und 1903 nach Plänen des Berliner Architekten Jürgen Kröger als Kirche für die Militärgemeinde der Stadt Oldenburg am Nordende der Peterstraße gebaut. Garnisonkirche am Nordende der PeterstraßeSomit steht sie in unmittelbare Nähe zum Pferdemarkt mit seinen (damals) zahlreichen Militärgebäuden und erweiterte die Bebauung an der Peterstraße um einen weiteren Sakralbau. Denn hier fanden schon die katholische Peterkirche, die methodistische Friedenskirche und die jüdische Synagoge ihren Standort. Am 18. Oktober 1903 wurde die Kirche mit einem Festgottesdienst eingeweiht.

Die Garnisonkirche hat eine Fläche von 595 m². Sie wurde im frühgotischen Stil erbaut und hat einen kreuzförmigen Grundriss:

Grundriss der Garnisonkirche

 

Das Kirchenschiff wird durch in die Winkel gesetzte Anbauten für Portale, Treppentürme und die Sakristei ergänzt. Im Südostwinkel der Kirche ragt der Turm in eine Höhe von 40m. Der Sockel der Kirche wurde mit rötlichem, das Mauerwerk mit gelblichem Sandstein verkleidet. Die Wandflächen wurden ockerfarbig verputzt. Dach und Turm wurden mit Schiefer gedeckt.Adlerbesiegt Schlange Ritterköpfe, Eiserne Kreuze  in Eichenlaub und ein Adler mit besiegter Schlange sind plastische Bildhauerarbeiten am Äußeren des Gebäudes, die auf seine Verwendung als Garnisonkirche hinweisen.

In den Nachrichten aus Stadt und Land wurde die Garnisonkirche am Tag nach ihrer Einweihung am 17. 10. 1903 wie folgt beschrieben: "Äußerlich stellt sich die Kirche […] als eine das herkömmliche Schema glücklich vermeidende, in der Raumaufteilung gefällig gelagerte Kirche mit kraftvollem Turme in zeitgemäß belebtem frühgotischen Stil dar;Garnisonkirche von außen von innen imponiert sie durch einen prächtigen, bogenüberspannten, einheitlichen Kreuz-Gewölberaum, und bestimmt durch eine festlich bunte Bemalung der Teile, die noch gehoben wird durch das dämmrige Buntlicht hoher Glasfenster, zu Versenkung, Andacht und Erhebung. […] Sämtlicher Schmuck ist modern, vornehm und gediegen gehalten. Hervorragende Stücke sind der Kronleuchter und die Wandarme, der herrliche Orgelprospekt, das Christusbild in Mosaik über dem Altar und die Kanzel. Ihr gegenüber liegt die Hofloge, die äußerlich durch eine kleine Vorhalle an der Peterstraße angedeutet ist, in der besonders die Tür mit dem Kunstschmiedebeschlag auffällt. Die Bemalung feiert ihren Triumph an den Chorbogen und an den Chorwänden; die Chorfenster zeigen das christliche Kreuz, die Figuren des Moses und Elias und einige biblische Szenen ebenfalls in fein-künstlerischer Ausführung. Das Auge ruht überall, an Säulen, Kapitälen, Gurten, Rippen usw. auf erfreulichen Kunstgebilden, so dass das andächtige Herz sich auf den Fittichen der Kunst erhoben fühlt und nirgends die Nüchternheit des Alltags den Ewigkeitsgefühlen mit Erdenschwere anhaftet."

Wenn das Äußere der Garnisonkirche nahezu unverändert blieb, wurde der Innenraum der Kirche durch drei Renovierungen in den Jahren 1955, 1974 und 1992/93 grundlegend verändert. Mittlerweile wurde die Kirche, bis auf die Kriegsjahre, ausschließlich von der Zivilgemeinde genutzt, die die Kirche zunächst gemietet, 1987 von der Bundesvermögens-Verwaltung gekauft hatte.
Kanzel und Altar wurden durch schlichte Prinzipalstücke aus Teakholz ersetzt. Die Hofloge wurde zu einem Taufraum umgestaltet; die bunte von Wilhelm Sievers stammende Bemalung wich einem Anstrich in hellem Grau, die bunten Fenster wurden durch solche in hellen Pastelltönen ersetzt. Die Fenster im Chorraum wurden nach Entwürfen von Hermann Oetken angefertigt. Die Mauerwerksstruktur aus Kalksandstein wurde weiß abgesetzt. Das Oldenburger Sonntagsblatt schreibt zum 1. Advent 1955: „Wer aber jetzt die Garnisonkirche betritt kommt sich nicht mehr bedrängt vor von der fast drohenden Steingewalt eines massigen Altares – sondern wie befreit, befreit auch von dem zwielichtigen Dämmern und hineingestellt in eine schwingende, luftige, lichte Helle, von der eine gelöste, frohmachende Leichtigkeit ausgeht.“

Garnisonkirche von innen mit Kronleuchter und OrgelKnapp zwanzig Jahre später empfand man den Raum aber als zu nüchtern. Wände- und Gewölbeflächen erhielten einen hellen Anstrich, die Mauerwerksstrukturen eine Fassung in Sandsteinimitation. Die Gewölbe-rippen werden seitdem durch rote Linien begleitet. Altar, Orgelempore und Bänke wurden deckend gestrichen. Die Kanzel wurde ersetzt durch eine aus der Löninger Kirche übernommene Kanzel. Das Lesepult wurde neu angefertigt. Ebenfalls neu angefertigt wurde ein 12-eckiger Kronleuchter der Firma Oehlmann, Bielefeld, der seitdem die Mitte des Kirchenraumes betont. In der letzten Renovierung wurde schließlich die Heizungsanlage erneuert, das Außengelände neu angelegt, das Dach neu eingedeckt und der Fußboden durch Sandsteinplatten bzw. Holzpodeste ersetzt.

Eine Besonderheit stellt der Taufengel dar, der ursprünglich in die Hatter Kirche gehörte und 1986 von Georg Skrypzak, Berne restauriert wurde. Seitdem wird er in Taufgottesdiensten eingesetzt.

Taufengel der Garnisonkirche

Die Glocken der Garnisonkirche hören Sie HIER.

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Christuskirche

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St. Lamberti-Kirche